Mit eisernem Schutz ins Gefecht

Eisener Schutz
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Sie waren tapfere Krieger, zuvorkommende Gentlemen und Beschützer der Witwen und Waisen: Ritter gelten heute als die Lichtgestalten einer finsteren Zeit - dem "dunklen Mittelalter". Das Landesmusem für Archälogie in Herne präsentiert vom 27. Februar bis zum 28. November die größte Mittelalterausstellung, die es jemals im Ruhrgebiet gegeben hat.
 
1225 kommt der Kölner Erzbischof Engelbert, einer der mächtigsten Männer des Reiches, während eines Überfalls bei Gevelsberg im heutigen Ruhrgebiet gewaltsam ums Leben. Wie dieser Mord die ganze Ruhrregion veränderte ist Ausgangspunkt und Leitmotiv der größten Mittelalterausstellung, die bisher im Ruhrgebiet gezeigt wurden. "AufRuhr1225! Ritter, Burgen und Intrigen " läuft vom 27. Februar bis zum 28. November 2010 im LWL-Museum für Archäologie. Events Workshops, Führungen und Mittelaltermärkte und ein Außenprogramm in elf Burgen und Schlössern der Region begleiten die Ausstellung.
 
Ritter gelten heute als die Lichtgestalten einer damals finsteren Zeit - dem "dunklen Mittelalter". Doch die echten Ritter taugten meistens nicht als Idole. In Wirklichkeit führten sie häufig untereinander Kleinkriege, unter denen vor allem die untergebenen Bauern litten. "Das Bild des tugendhaften Ritters gilt daher nur eingeschränkt", sagt Historiker Dr. Stefan Leenen, Projektleiter der Ausstellung, die unter anderem zeigt, wer die Ritter waren und wie sie sich selbst sahen. Die Schau des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) thematisiert unter anderem die mittelalterliche Kriegskunst und eine der letzten Ritterkämpfe, die Schlacht von Worringen bei Köln.

Einer der bekannteren Ritter war Edward of Woodstock, Fürst von Wales und berühmt geworden als der schwarze Prinz. Der Sohn des englischen Königs erhielt seinen Beinamen wegen seiner schwarzen Rüstung, die in der Kathedrale von Canterbury am Grabmal des Prinzen zu besichtigen ist - ebenso wie sein Helm. Weltweit gibt es nur einen vergleichbaren Helm, den das LWL-Museum für Archäologie in Herne in der Ausstellung zeigt.
 
Der Helm
Der Helm in der Ausstellung, ein sogenannter Topfhelm, ist eine Leihgabe aus der Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien. Er wurde um das Jahr 23150 gefertigt und gehörte vermutlich dem österreichischen Adeligen Albert von Prankh. Neben dem Helm aus Canterbury ist er der einzige bekannte Topfhelm, der samt Helmschmuck erhalten ist. Der starre Gesichtsschutz deckt fast das gesamte Gesichtsfeld ab und sorgt für das topfähnliche aussehen des Helms.
 
Die Schlacht von Worringen
Eine der letzten großen Ritterschlachten des Mittelalters ereignete sich im Juni 1228 bei Worringen. In der Auseinandersetzung vor den Toren Kölns standen sich etwa 10.000 Kämpfer gegenüber, jeder Zweite von ihnen war ein Ritter. Der Kampf entschied einen sechs Jahre währenden Erbfolgestreit um die Grafschaft Limburg. Rund 2.000 Beteiligte verloren ihr Leben. Viele von ihnen waren Bauern. Die meisten Ritter kamen glimpflich davon - nicht aber aufgrund ihrer Schutzhelme, sondern weil sie als Gefangene dem Gegner ein stattliches Lösegeld einbrachten.
 
 
 
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