
Ruhrpott trifft Istanbul
|
"Kulturhauptstadt Europas 2010" - diesen Titel teilen sich das Ruhrgebiet und die türkischen Metropole Istanbul. Um einen persönlichen Eindruck davon zu bekommen, was "die anderen" im Kulturhauptstadt-Jahr auf die Beine stellen, reiste eine Delegation des Herner Kulturhauptstadtbüros an den Bosporus - und im Gegenzug waren türkische Journalisten auch in Herne. Regina-Dolores Stieler-Hinz (Foto) und Chris Wawrzyniak machten sich am Bosporus drei Tage lang einen Eindruck von den Kulturhauptstadt-Aktivitäten in der türkischen Metropole. Durchweg erstaunt, "wie viele Überschneidungen es gibt" seien sie gewesen, sagte Regina-Dolores Stieler-Hinz. Von dem Kurz-Besuch erhoffen sich beide Seiten eine Nachhaltigkeit. "Wir loten mit den türkischen Kollegen noch aus, wie wir uns auch über das Kulturhautstadtjahr hinaus gegenseitig bereichern könnten. Vielleicht schlagen wir eine Brücke der Jugendkultur von Herne nach Istanbul", meinte die Leiterin des Herner Kulturhauptstadtbüros, Stieler-Hinz. Einen guten Anfangspunkt lieferte das bekannte Herner Hip-Hop-Theater Renegade beim "Europe on Water-Festival" in Istanbul mit zwei Showeinlagen. Begleitet wurden die Künstler aus Deutschland unter anderem von türkischen b.-boys und Rappern. Beeindruckt von den Kulturhauptstadt-Aktivitäten im Ruhrgebiet war unterdessen eine hochrangige türkische Journalisten-Delegation. Unter dem Motto " Kulturhauptstadt - Hauptstadtkultur" hatte das Auswärtige Amt in Verbindung mit dem Goethe-Institut die Medienvertreter nach Deutschland eingeladen. Thema ihres Informationsbesuches war: Kulturhauptstadt – Hauptstadtkultur. Neben einem Aufenthalt in der Bundeshauptstadt Berlin und in der Kulturhauptstadt Essen stand auch ein Besuch in Herne auf dem Programm. Im Theatersaal der Flottmann-Hallen informierten sich die Medienvertreter aus Istanbul und Ankara über das Jugend-Kunstprojekt pottfiction sowie der Arbeit des Theater Kohlenpott. Im Rahmen ihrer Reise machte die Delegation auch in den Herner Flottmann-Hallen Halt. Vorgestellt wurde den Journalisten dort das Projekt Pottfiction. Pottfiction, das bedeutet: Theater, Kunst und Jour Camps für Jugendliche aus der Metropole Ruhr. Es entstehen Theater-, Film und Tanzprojekte, Schreibwerkstätten und Performances. Die Jugendlichen entwickeln mit Künstlern neue Methoden und Formate der Theaterarbeit, die es ihnen ermöglichen, ihre eigenen Interessen zu formulieren. Wie das ganz praktisch aussieht, erlebte die Delegation aus der Türkei im Saal der Flottmann-Hallen. Frank Hörner, künstlerischer Leiter des theaterkohlenpott, stellte die eigene Theaterarbeit vor – auch mit Auszügen aus der Performance „Ich will Dreck im Gesicht“ der Pottfiction-Gruppe des theaterkohlenpott.
|